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Islam und Moscheekultur

Was Reisende am häufigsten zum Islam fragen – einfach beantwortet

Blaue Moschee (Sultan-Ahmed-Moschee)
Blaue Moschee · Foto: Moonik · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Wer fünfmal am Tag den Gebetsruf hört oder zum ersten Mal eine Moschee betritt, hat ganz natürlich Fragen. Hier beantworten wir die, die unsere Gäste uns am häufigsten stellen – in einfacher, neutraler Sprache und auf Grundlage der sunnitisch-hanafitischen Praxis, die in der Türkei verbreitet ist. Es geht nicht darum, jemanden zu überzeugen, sondern Ihnen zu helfen, das Gesehene und Gehörte in Istanbul besser einzuordnen.

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Was ist der Islam, und wer ist Allah?

Das Wort Islam stammt von der arabischen Wurzel s-l-m, die mit „Hingabe“ und „Frieden“ zusammenhängt; ein Muslim ist „jemand, der sich Gott hingibt“. Im Zentrum steht der feste Glaube an einen einzigen Gott, Tauhid genannt.

„Allah“ ist schlicht das arabische Wort für „Gott“ und wird auch von arabischsprachigen Christen verwendet. Der Islam ehrt Abraham, Mose und Jesus als Propheten Gottes, und Muslime sehen ihren Glauben als Fortsetzung genau dieser Prophetenreihe und nicht als völlig eigenständige Tradition.

Was sind die fünf Säulen des Islam?

Die grundlegenden Pflichten eines Muslims werden traditionell in fünf Säulen zusammengefasst:

  • Schahada (Glaubensbekenntnis): das aufrichtige Bekenntnis „Es gibt keinen Gott außer Gott, und Mohammed ist Sein Gesandter“.
  • Salat (Gebet): fünf tägliche Gebete mit festgelegten Worten und Bewegungen.
  • Saum (Fasten): im ganzen Monat Ramadan von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang kein Essen, kein Trinken und keine Intimität.
  • Zakat (Almosen): Wer ein ganzes Jahr lang Vermögen über einer festgelegten Grenze besitzt, gibt einen Anteil davon – in der Regel ein Vierzigstel – an Bedürftige.
  • Hadsch (Pilgerfahrt): die einmalige Pilgerfahrt nach Mekka für alle, die körperlich und finanziell dazu in der Lage sind, im islamischen Monat Dhu al-Hiddscha.

Was bedeutet „Allahu akbar“?

Es bedeutet „Gott ist am größten“, also: Nichts ist größer als Gott. Der Satz eröffnet den Gebetsruf, steht am Anfang jedes Gebets und wird an den Morgen der beiden Festtage gemeinsam in den Moscheen gesungen.

Im Alltag sagen Muslime es auch, um Staunen, Freude oder Dankbarkeit auszudrücken. Im Gebetsruf werden Sie es mehrmals täglich hören; unser Leitfaden zum Gebetsruf erklärt die übrigen Worte Zeile für Zeile.

Warum beten Muslime fünfmal am Tag?

Die fünf täglichen Gebete sind eine Pflicht, die sich auf den Koran und das Vorbild des Propheten Mohammed gründet. Nach islamischer Überlieferung wurden sie während der nächtlichen Reise des Propheten, dem Miradsch, vorgeschrieben.

Die Gebetszeiten richten sich nach der Sonne und nicht nach der Uhr: Morgendämmerung, kurz nach Mittag, Nachmittag, Sonnenuntergang und Einbruch der Nacht. Deshalb verschieben sie sich im Lauf des Jahres. Viele Muslime beschreiben sie als fünf Pausen, die den Tag immer wieder zu Gott zurückführen. Mehr dazu in unserem Leitfaden zum islamischen Gebet.

Was ist der Koran, und warum wird er auf Arabisch rezitiert?

Muslime glauben, dass der Koran das Wort Gottes ist, das Mohammed über etwa 23 Jahre durch den Engel Gabriel offenbart wurde. Er umfasst 114 Kapitel (Suren) und wurde auf Arabisch offenbart.

Weil Muslime den arabischen Wortlaut selbst als göttlich betrachten, wird das Gebet überall auf der Welt im arabischen Original gesprochen. Übersetzungen werden geschätzt, gelten aber als Deutungen des Sinns. Die meisten Muslime in der Türkei sprechen kein Arabisch; sie lernen kurze Suren für das Gebet auswendig und erschließen sich deren Bedeutung aus Übersetzungen.

Wer war der Prophet Mohammed?

Mohammed wurde um 570 n. Chr. in Mekka geboren. Muslime glauben, dass er um 610 die erste Offenbarung empfing und der letzte der Propheten ist. Seine Auswanderung nach Medina im Jahr 622, die Hidschra, markiert das Jahr eins des islamischen Kalenders; er starb 632 in Medina.

Wenn Muslime seinen Namen nennen, fügen sie einen Segenswunsch hinzu: „Friede sei mit ihm“. In Moscheen gibt es keine Bilder von ihm oder von irgendeinem Propheten. Gegenstände, die mit ihm in Verbindung gebracht werden, werden in der Kammer der Heiligen Reliquien im Topkapı-Palast aufbewahrt; siehe unseren Leitfaden zu den Heiligen Reliquien.

Warum gibt es in Moscheen keine Bilder, und was steht auf den großen runden Tafeln?

Die sunnitische Tradition meidet Bilder von Menschen und Tieren in Gebetsstätten; der Schmuck besteht daher aus Kalligrafie, Fliesen und Geometrie. Auf den großen runden Tafeln in Istanbuler Moscheen stehen meist Allah, Mohammed und die Namen der ersten vier Kalifen, Abu Bakr, Omar, Othman und Ali, oft ergänzt um die Enkel des Propheten, Hasan und Husain.

Die riesigen Rundschilder in der Hagia Sophia sind das berühmteste Beispiel; Kuppeln und Friese tragen meist Koranverse. Unser Beitrag über das Lesen der Moscheewände geht weiter ins Detail.

Dürfen Nichtmuslime Moscheen besichtigen?

Ja. Istanbuls Moscheen heißen Besucher aller Religionen außerhalb der Gebetszeiten willkommen, der Eintritt ist in der Regel frei. Die Blaue Moschee, die Süleymaniye-Moschee und die Kleine Hagia Sophia gleich neben unserem Hotel empfangen den ganzen Tag über Besucher.

Erbeten wird Respekt: Schuhe ausziehen, Schultern und Knie bedecken, als Frau das Haar locker bedecken, leise sprechen und keine betenden Menschen fotografieren. Unser Leitfaden zur Moscheeetikette enthält die vollständige Checkliste.

Warum zieht man die Schuhe aus, und warum bedecken Frauen ihr Haar?

Das Gebet wird direkt auf dem Teppich verrichtet, die Stirn berührt dabei den Boden. Deshalb hält man den Gebetsraum sauber und lässt die Schuhe an der Tür. Am Eingang finden Sie dafür Plastiktüten oder Regale.

Muslimische Frauen bedecken beim Gebet ihr Haar, und weibliche Besucher werden gebeten, es im Innenraum ebenfalls zu tun – als Zeichen des Respekts vor dem Ort; große Moscheen verleihen am Eingang Tücher. Außerhalb der Moschee ist das Tragen eines Kopftuchs in der Türkei eine persönliche Entscheidung, sodass Sie Frauen mit und ohne Kopftuch nebeneinander gehen sehen.

Was ist der Ramadan?

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders, in dem Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang fasten. Es heißt, in diesem Monat habe die Offenbarung des Korans begonnen. Da das Mondjahr kürzer ist, rückt der Ramadan jedes Jahr um etwa 11 Tage nach vorn.

Unser Leitfaden zu Ramadan und Fasten erklärt den Sinn des Fastens und Bräuche wie Iftar, Teravih und die Mahya-Lichterschriften.

Was bedeutet halal?

Halal bedeutet „erlaubt“, das Gegenteil ist haram, „verboten“. Am bekanntesten sind die Speisevorschriften: Schweinefleisch und Alkohol sind verboten, anderes Fleisch soll von Tieren stammen, die auf vorgeschriebene Weise geschlachtet wurden. Der Gedanke reicht aber weit über die Küche hinaus, bis zu Erwerb, Handel und Verhalten.

Die große Mehrheit der Restaurants in der Türkei serviert kein Schweinefleisch. Praktische Einzelheiten finden Sie in unserem Halal-Leitfaden.

Häufige Fragen

Darf man an jemandem vorbeigehen, der betet?

Versuchen Sie, nicht direkt vor einer betenden Person hindurchzugehen, in dem Bereich, in dem sie sich niederwirft. Gehen Sie hinter ihr herum oder warten Sie einen Moment; wenn es versehentlich passiert, nimmt es niemand übel.

Was sind das für Perlenketten, die manche Leute in der Hand halten?

Das sind Gebetsketten (Tesbih), meist mit 33 oder 99 Perlen. Man zählt damit nach dem Gebet kurze Lobpreisformeln wie „Subhanallah“ und „Alhamdulillah“. Viele spielen aber auch einfach aus Gewohnheit damit herum.

Ist der Freitag in der Türkei ein freier Tag?

Nein, das Wochenende ist Samstag und Sonntag. Am Freitag um die Mittagszeit gehen Männer zum gemeinschaftlichen Freitagsgebet in die Moschee, und große Moscheen sind für Besichtigungen eine Weile geschlossen. Siehe unseren Leitfaden zum Freitagsgebet.

Ist es unhöflich, einen Muslim nach seinem Glauben zu fragen?

Eine respektvolle, neugierige Frage ist meist willkommen, und viele erklären ihre Traditionen gern. Sprechen Sie nur keine Menschen an, die gerade beten oder in einer Moschee in Andacht sitzen.

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